Wie benutzt du dieses Tool?
- Text in das große Eingabefeld tippen oder einfügen — Wörter, Zeichen, Sätze, Lesezeit und Sprechzeit aktualisieren sich live.
- Tab umschalten: Plattform-Limits zeigen Fortschrittsbalken für X, Bluesky, LinkedIn, Instagram, TikTok, SMS und Google.
- Keyword-Dichte zeigt die häufigsten Begriffe und Phrasen — Stoppwörter („der/die/das") lassen sich ein- und ausblenden.
Was macht einen guten Wortzähler 2026 anders?
Ein Wortzähler ist auf den ersten Blick simpel: nimm den Text, teile an Leerzeichen, fertig. Diese Definition kollabiert bei jedem ernsthaften Textsorten-Wechsel. Ein deutsches Kompositum wie „Donaudampfschifffahrtsgesellschaft” ist ein Wort — naive Zähler trennen es nicht, aber andere Tools, die nach Bindestrichen suchen, falsch trennen es. Ein englischer Tweet mit Hashtags ist eine andere Beast als ein Excerpt aus einem akademischen Paper. Und ein Chat-Verlauf, den du in einen AI-Assistenten kippen willst, zählt nicht in Wörtern, sondern in Tokens.
Dieser Wortzähler löst die drei Probleme an der Wurzel. Die Wort-Erkennung läuft über die eingebaute Unicode-Wort-Segmentierung des Browsers, die auch Browser-Übersetzer und Textverarbeitungen nutzen. Sie kennt deutsche Umlaute, französische Akzente, chinesische Schriftzeichen-Grenzen und englische Apostroph-Wörter. Die KI-Token-Schätzung nutzt einen empirisch ermittelten Umrechnungsfaktor pro Sprache — und visualisiert sofort, ob dein Text in ein 4k-, 8k-, 32k- oder 128k-Kontextfenster passt. Die Plattform-Limits sind als Live-Fortschrittsbalken neben dem Text-Editor angeordnet, sodass du beim Tippen siehst, wie viel Spielraum dir bleibt.
Wie unterscheidet sich der Zähler von Word und Google Docs?
Microsoft Word und Google Docs zählen Wörter zuverlässig, aber nur als Nebenleistung in einem fünfhundert-Megabyte-Textverarbeitungsprogramm. Sie sind nicht darauf ausgelegt, einen Text auf X-Eignung, Bluesky-Limits oder LinkedIn-Lesbarkeit zu checken. Auch die Lesezeit zeigen sie nicht. Word liefert mit „Sprache & Stil” einen recht grundlegenden Lesbarkeitsindex (Flesch-Reading-Ease, US-Englisch-Variante), aber keine Sprach-Adaption für deutsche Texte.
Der spezialisierte Wortzähler kann etwas, das ein universeller Editor nicht versucht: er arbeitet plattform-bewusst. Der Eingabe-Editor ist ein einziges großes Textarea, das sich an die Bildschirmgröße anpasst. Direkt darunter zählen acht Live-Kacheln pro Tastendruck mit. Im Tab „Plattform-Limits” siehst du sofort, ob dein Text noch unter 280 X-Zeichen passt oder die LinkedIn-Grenze von 3000 schon überschritten hat. Im Tab „KI-Tokens” steht eine geschätzte Token-Zahl plus eine vier-Pille-Anzeige: passt in 4k, 8k, 32k, 128k. Diese Aufgabe übernimmt kein klassisches Textverarbeitungsprogramm.
Warum brauche ich eine Token-Schätzung für AI-Assistenten?
AI-Assistenten verarbeiten Text nicht in Wörtern oder Zeichen, sondern in Tokens. Ein Token ist eine Sub-Wort-Einheit, die das jeweilige Modell während des Trainings gelernt hat. Englische Wörter wie „cat” oder „run” sind oft ein einziges Token. Längere englische Wörter wie „extraordinary” werden in drei oder vier Tokens zerlegt. Deutsche Komposita sind besonders kostspielig — „Krankenversicherungsvertrag” kann leicht acht oder zehn Tokens belegen, weil der Tokenisierer nie genau dieses Wort gesehen hat und es Stück für Stück aus seinem Sub-Wort-Vokabular zusammensetzen muss.
Wenn du einen Text in einen AI-Assistenten kopierst, ist die Kontextfenster-Größe entscheidend. Gängige Größen sind 4 000, 8 000, 32 000 und 128 000 Tokens. Der Wortzähler nutzt einen empirischen Umrechnungsfaktor — etwa 4 Zeichen pro Token bei Englisch und etwa 3 bei Deutsch — und zeigt sofort an, in welche Kategorie dein Text fällt. Das ist genau genug, um eine Entscheidung zu treffen („passt das in einen 8k-Prompt oder muss ich kürzen?”) und gleichzeitig leichtgewichtig: der Browser muss kein Tokenisierungs-Modell laden.
Was sagt der Lesbarkeits-Index aus?
Im Tab „Statistik” steht neben den Live-Kacheln ein Lesbarkeits-Wert auf einer Skala von 0 bis 100. Höhere Werte bedeuten leichteren Text. Für deutsche Texte nutzt der Wortzähler die Amstad-Adaption der Flesch-Formel: Heinrich Amstad hat 1978 in seiner Dissertation an der Universität Zürich die Originalformel auf den durchschnittlich längeren Satzbau im Deutschen kalibriert. Für englische Texte kommt das klassische Flesch-Reading-Ease (1948) zum Einsatz.
Beide Skalen sind kompatibel: 60 bis 70 entspricht Schulbuch-Niveau, 30 bis 50 wirkt akademisch, unter 30 ist Fach-Jargon, über 80 ist leichte Lektüre für jüngere Leser. Eine sehr niedrige Punktzahl ist nicht automatisch ein Problem — Fachtexte sollen so klingen — aber wenn ein Marketing-Text unter 40 landet, lohnt es sich, die Satzlänge zu prüfen. Die zwei Mini-Kacheln „Ø Wortlänge” und „Ø Satzlänge” zeigen die direkten Stellschrauben.
Wie funktionieren die Plattform-Limits?
Im Tab „Plattform-Limits” stehen acht Plattformen mit ihren offiziellen Zeichen-Grenzen: X mit 280, Bluesky mit 300, Instagram mit 2200 (mit einem zusätzlichen Soft-Cut bei 125 Zeichen, an dem die Bildunterschrift mit „mehr” abgeschnitten wird), LinkedIn mit 3000, TikTok mit 4000, Google-Title mit 60, Google-Meta-Description mit 160 und die klassische GSM-7-SMS mit 160 Zeichen.
Jede Plattform bekommt einen horizontalen Fortschrittsbalken. Solange du im grünen Bereich bist, füllt sich der Balken in der normalen Tokens-Grafit-Farbe. Sobald du das Limit überschreitest, wechselt der Balken auf das Rust-Rot-Token und der Counter rechts zeigt „über X Zeichen”. Für Instagram zeichnet der Balken einen zusätzlichen Tick-Mark bei 125 Zeichen — das ist die Stelle, an der Instagram die Bildunterschrift im Feed truncated.
Wie zuverlässig ist die Komposita-Erkennung?
Der eingebaute Wort-Segmentierer des Browsers kennt deutsche Komposita als ein Wort — das ist Konsens unter allen modernen Browser-Engines. Schwieriger ist die nächste Frage: aus wie vielen Bestandteilen besteht ein langes Kompositum? „Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän” ist morphologisch fünf Morpheme: Donau + Dampf + Schiff + Fahrt + Gesellschaft + Kapitän (sechs eigentlich, mit Fugen-S). Eine vollständige morphologische Analyse braucht ein Wörterbuch, das im Browser zu viel Bandbreite kostet.
Der Wortzähler nutzt deshalb eine Heuristik: Wörter ab 12 Buchstaben werden auf CamelCase-Brüche und deutsche Suffixe (-schaft, -keit, -heit, -ung, -lich, -bar) abgeklopft. Die Erkennung ist gut genug, um lange Wörter optisch zu kennzeichnen und einen Schätzwert für Morpheme zu liefern, aber sie ersetzt keine linguistische Analyse. Du erkennst das in der UI daran, dass die Morphem-Information als zusätzliche Detail-Anzeige neben dem Tile-Grid steht, nicht als Hauptzahl.
Was passiert mit sehr langen Texten?
Der Wortzähler ist so geschrieben, dass eine ganze Anna Karenina (rund 360 000 Wörter, 2 Millionen Zeichen) im Browser läuft, ohne dass die UI ruckelt. Die Live-Berechnung ist linear in der Textlänge und nutzt einen einzigen Pass über das Eingabe-String. Die N-Gramm-Auswertung im Tab „Keyword-Dichte” ist O(n) mit n = Wortzahl, plus eine kleine Sortierung am Ende für die Top-10.
Praktisch heißt das: für Tweets bis 10 000-Wort-Artikel siehst du das Ergebnis ohne wahrnehmbare Verzögerung. Bei Roman-Längen merkst du beim Tippen auf Mobilgeräten eine geringe Trägheit, die aber innerhalb von Millisekunden wieder verschwindet. Es gibt keine künstliche Obergrenze. Wenn du wirklich an die Grenzen gehen willst: ein 100 MB Text in der Zwischenablage ist die Stelle, an der der Browser selbst beim Paste-Vorgang nervös wird, nicht erst der Wortzähler.
Welche Anwendungen sind dieses Tool NICHT?
Drei Anwendungen sind bewusst außerhalb des Scopes. Erstens: keine Grammar- und Rechtschreibprüfung. Dafür sind die Browser-eigenen Spell-Checker und dedizierte Tools wie LanguageTool besser. Zweitens: kein File-Upload für DOCX, PDF oder ähnliche Formate. Wer Word-Dokumente analysieren will, hat sie meist sowieso schon in der Textverarbeitung offen und kann den Inhalt herauskopieren. Drittens: keine Cloud-Synchronisation. Dein Text bleibt im Tab — wenn du ihn behalten willst, kopier ihn dir selbst weg.
Diese Lücken sind Absicht. Sie halten den Wortzähler schnell, leichtgewichtig und privat. Jede dieser drei Funktionen würde entweder einen Server-Round-Trip, eine 5–10 MB große Bibliothek im Browser oder ein Cookie für die Cloud-Anmeldung bedeuten — und das wäre nicht mehr derselbe Tab, in dem du jetzt arbeitest.
Was ist mit Privacy und DSGVO?
Dein Text bleibt im Browser-Speicher. Es gibt keine localStorage-Persistenz, keine Cookies, keine Analytics, keinen Server-Round-Trip. Der Tab funktioniert offline, nachdem die Seite einmal geladen wurde. Der „Zusammenfassung kopieren”-Button erstellt die Klartext-Statistik lokal über die Clipboard-API und schreibt sie in deine Zwischenablage — kein Netzwerk-Aufruf.
Aus DSGVO-Sicht verarbeitet der Wortzähler keine personenbezogenen Daten im Sinne von Art. 4, weil die Verarbeitung lokal auf deinem Gerät stattfindet. Selbst wenn du sensible Texte einfügst (E-Mail-Drafts, juristische Schriftsätze, ärztliche Befunde), bleibt der Text im Tab. Schließt du den Tab, ist alles weg. Diese Architektur ist explizit gewählt — sie ist der Grund, warum der Wortzähler auch in Unternehmens-Setups mit strengen Datenschutz-Vorgaben einsetzbar ist.
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