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Flesch-Lesbarkeits-Index — Score, CEFR und BFSG-Check

Wie verständlich ist dein Text wirklich? Vier Lesbarkeits-Formeln, ein CEFR-Niveau und eine BFSG-Ampel — direkt im Browser, ohne dass ein Wort an einen Server geht.

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Marketing-Texte, Bürger-Briefe und Blog-Posts unterscheiden sich nicht im Inhalt, sondern darin, wer sie versteht. Dieses Werkzeug misst genau das. Es berechnet den Flesch-Lesbarkeits-Index in der deutschen Amstad-Anpassung, vergleicht ihn mit Wiener Sachtextformel, LIX und Gunning-Fog, übersetzt das Ergebnis ins Europäische Referenzrahmen-Niveau A1 bis C2 und zeigt mit einer Ampel, ob dein Text die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes erfüllt. Eingaben bleiben in deinem Browser.

01 — Anleitung

Wie benutzt du dieses Tool?

  1. Sprache wählen — Deutsch (Amstad-Formel) oder Englisch (Flesch-Original).
  2. Text in das Eingabefeld einfügen oder direkt tippen. Die Analyse aktualisiert sich live nach etwa 150 Millisekunden.
  3. Hauptscore und Klassen-Band zeigen das Gesamturteil. Vier Index-Karten daneben prüfen die Einschätzung aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
  4. BFSG-Ampel und CEFR-Karte beantworten zwei Praxis-Fragen: Geeignet für Behörden-Kommunikation? Welches Sprachniveau braucht der Lesende?
  5. Die Satz-für-Satz-Tabelle nach `Schwierigste zuerst` sortieren, um Sätze für eine Überarbeitung zu finden.

Wer braucht den Flesch-Lesbarkeits-Index überhaupt?

Drei Berufsgruppen sehen Tag für Tag, dass derselbe Satz unterschiedlich gut ankommt. Behörden-Sachbearbeiter, die einem Bürger einen Bescheid schicken müssen. Marketing-Verantwortliche, die zwischen Conversion und Skip-Rate balancieren. DaF-Lehrkräfte, die ein Lehrwerk für die richtige Niveaustufe brauchen. Für alle drei gibt der Flesch-Index die erste, schnelle Orientierung — eine Zahl auf einer Skala von null bis hundert, hinter der sich eine handfeste sprachliche Aussage versteckt.

Dieses Werkzeug bündelt vier solche Zahlen auf einer Seite. Hauptscore ist der klassische Flesch — in der deutschen Amstad-Anpassung von 1978 oder in Rudolf Fleschs englischem Original von 1948. Daneben rechnen Wiener Sachtextformel, LIX und Gunning-Fog dieselbe Stichprobe nochmal nach. Stimmen die vier überein, ist die Diagnose belastbar. Weichen sie ab, lohnt der Blick in die Satz-für-Satz-Tabelle, um zu sehen, wo die Unterschiede herkommen.

Wie funktioniert die Flesch-Amstad-Formel?

Der deutsche Flesch-Wert (FRE für Flesch Reading Ease) folgt der Formel FRE = 180 − ASL − 58.5 × ASW. ASL ist die durchschnittliche Satzlänge in Wörtern, ASW die durchschnittliche Silbenzahl pro Wort. Zwei Hebel, mehr nicht — und genau diese Sparsamkeit ist die Stärke. Lange Sätze drücken den Wert. Vielsilbige Wörter drücken den Wert. Wer den Score erhöhen will, hat damit eine direkte Handlungsanweisung: kürzere Sätze, kürzere Wörter.

Toni Amstad hat die Originalkonstanten 1978 in seiner Zürcher Dissertation für die deutsche Sprache neu kalibriert. Die englische Originalformel FRE = 206.835 − 1.015 × ASL − 84.6 × ASW von Flesch passte nicht zum Deutschen, weil deutsche Wörter im Schnitt länger sind und Komposita zusätzliche Silben anhängen. Amstads Koeffizienten korrigieren das. Wer einen deutschen Text mit der englischen Formel bewertet, bekommt systematisch zu niedrige Werte — ein häufiger Fehler in Tools, die Sprache nicht erkennen.

Die Originalpublikation von Flesch ist heute Forschungs-Allgemeingut, ebenso wie der deutsche Forschungsstrang. Die Berechnung lässt sich auf einem Blatt Papier nachvollziehen.

Wann reicht der Flesch-Score allein nicht?

In drei Fällen lohnt der parallele Blick auf andere Indizes. Erstens bei Fachtexten mit vielen Anglizismen — der Flesch zählt sie als deutsche Wörter, obwohl die Lesenden sie als fremd erleben. Zweitens bei sehr kurzen Texten, in denen Stichproben-Varianz die Zahl unzuverlässig macht — die Wiener Sachtextformel ist hier oft stabiler. Drittens bei Texten mit auffällig vielen langen, aber leichten Wörtern (z. B. „Telefonverbindung”) — hier hilft der LIX, weil er ausschließlich Wortlängen und Satzlängen misst, ohne über die Silbenzahl zu spekulieren.

Aus genau diesem Grund zeigt dieses Werkzeug vier Indizes gleichzeitig: Flesch (silbenbasiert), Wiener Sachtextformel (silbenbasiert, deutsche Kalibrierung), LIX (zeichenbasiert, sprachneutral) und Gunning-Fog (silbenbasiert, englische Kalibrierung). Wenn alle vier in dieselbe Richtung zeigen, ist das Urteil belastbar. Ein Index, der stark vom Rest abweicht, ist meist ein Hinweis auf ein Sprach- oder Stichproben-Problem, nicht auf ein Texturteil.

Was ist die BFSG-Ampel und woher kommen die Schwellen?

Am 28. Juni 2025 ist in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft getreten. Es verpflichtet viele Unternehmen ab 2025 — und Behörden bereits seit der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung 2.0 — dazu, ihre Kommunikation für Menschen mit Lese- und Verständnisschwierigkeiten zugänglich zu machen. Konkret bedeutet das: kurze Sätze, einfache Wörter, wenig Passiv, wenige Schachtelsätze.

Die Ampel in diesem Werkzeug prüft vier Faktoren gegen empirisch belastbare Schwellen aus dem Hamburger Verständlichkeitsmodell und Empfehlungen des Netzwerks Leichte Sprache. Grün („Geeignet”) bedeutet: Satzlänge ≤ 15 Wörter, schwere Wörter (≥ 3 Silben) < 10 %, Passiv-Quote < 15 %, Schachtelsätze (> 2 Kommata) < 10 %. Orange („Knapp”) bedeutet, dass die Werte noch im Bereich „einfache Sprache” liegen, aber nicht „Leichte Sprache” erreichen. Rot („Nicht geeignet”) signalisiert juristisch-akademische Prosa, die für Behörden-Kommunikation nicht zumutbar ist.

Wichtig: Die Ampel ist eine erste Orientierung, kein Rechtsgutachten. Echte BFSG-Konformität braucht zusätzlich Bildmaterial, Layout, Vorlesefunktion und manuelle Prüfung durch Menschen aus der Zielgruppe. Die Sprach-Statistik ist nur ein Baustein.

Wie hilft die CEFR-Brücke im Sprachunterricht?

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen (CEFR oder GER) teilt Sprach-Kompetenz in sechs Stufen ein — A1, A2, B1, B2, C1, C2. Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache oder Englisch als Zweitsprache brauchen täglich die Information, welcher Text für welche Stufe geeignet ist. Eine grobe Übersetzungstabelle aus der DaF-Praxis ordnet höhere Flesch-Werte niedrigeren Stufen zu — denn niedrigere Stufen brauchen leichtere Texte.

Die Schwellen in diesem Werkzeug: ab Flesch 90 ist der Text A1-tauglich, 80 bis 90 entspricht A2, 70 bis 80 entspricht B1, 60 bis 70 entspricht B2, 40 bis 60 entspricht C1 und unter 40 liegt im Bereich C2 (muttersprachliche Beherrschung). Das sind Faustregeln, keine wissenschaftlich exakten Grenzen — die CEFR-Skalen selbst sind über kommunikative Kann-Beschreibungen definiert, nicht über Lesbarkeitswerte. Aber für die erste Lehrwerk-Sichtung reichen die Schwellen aus.

Praktischer Nebeneffekt: Wer einen Marketing-Text auf B1 zielt (international vermittelbar) und mit dem Werkzeug B2 misst, sieht sofort, wo nachgebessert werden muss. Die Satz-für-Satz-Tabelle markiert dann genau die Sätze, die zu lang oder zu komplex sind.

Wie lese ich die Satz-für-Satz-Tabelle?

Die Tabelle zeigt jeden Satz mit Wort-Anzahl, individuellem Flesch-Score und einem Hinweis-Tag. Tags sind „lang” (über 25 Wörter), „verschachtelt” (mehr als zwei Kommata), „viele lange Wörter” (drei oder mehr Wörter mit ≥ 3 Silben) und „Passiv” (Hilfsverben werden/wurde + Partizip-II).

Wer einen Text überarbeiten will, sortiert die Tabelle nach „Schwierigste zuerst”. Die ersten zehn bis fünfzehn Sätze sind in der Regel diejenigen, an denen sich die größte Verbesserung erreichen lässt. Wer einen 70-Punkte-Text auf 80 heben will, schlägt drei zu lange Sätze und ersetzt zwei Nominalkonstruktionen — und der Score steigt sichtbar.

Die Tabelle zeigt maximal die ersten 60 Sätze sortiert. Bei längeren Texten erscheint ein Hinweis mit der Anzahl gekürzter Einträge. Das verhindert Scroll-Müdigkeit und macht die Diagnose auch bei langen Dokumenten handhabbar.

Welche Grenzen hat die Silben-Zählung?

Silben sind kein triviales Problem. Im Deutschen folgt die Zählung meist klaren Mustern: jede Vokalgruppe ist eine Silbe, Diphthonge (ei, ai, au, eu, äu, ie) zählen als eine Silbe, Umlaute und ß zählen mit. Im Englischen ist die Regel komplizierter — das stumme E am Wortende muss abgezogen werden, „-le” nach Konsonant gibt die Silbe zurück.

Beide Heuristiken sind belastbar, aber nicht perfekt. Eigennamen, Abkürzungen und Lehnwörter können von der Norm abweichen — „PowerPoint” zählt das Werkzeug als zwei Silben, ein Muttersprachler hört drei. Für aggregierte Statistik über 100 oder mehr Wörter mittelt sich der Fehler heraus. Für einzelne Wörter ist die Angabe gerundet — wer es exakt braucht, schlägt im Duden nach.

Wie schnell sollte ein Erwachsener einen Text lesen?

Die Lesezeit-Schätzung in der Statistik-Box rechnet mit 250 Wörtern pro Minute. Das ist der Median für stille Erwachsenen-Lektüre auf gut lesbarem Material und basiert auf einer großen Meta-Studie von Marc Brysbaert aus 2019. Tatsächliche Geschwindigkeiten reichen von 175 Wörtern pro Minute bei schwierigen Texten bis zu über 350 bei einfacher Belletristik.

Für Marketing-Texte und Web-Inhalte ist 250 die brauchbare Standard-Annahme. Wer einen Brief verfasst und liest „Lesezeit: 2 Minuten 30 Sekunden”, weiß sofort, ob das Format passt. Eine Bürger-Anschreiben mit 90 Sekunden Lesezeit hat Chancen, ganz gelesen zu werden — eines mit 8 Minuten Lesezeit nicht.

Häufige Fragen

Alle Antworten findest du weiter oben im Text — die FAQs greifen die häufigsten Suchanfragen direkt auf.

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