Wie benutzt du dieses Tool?
- Text in das große Eingabefeld tippen oder einfügen — alle Schreibweisen aktualisieren sich live.
- Im ẞ-Schalter zwischen Versaleszett (Duden 2024) und klassischem SS wählen — relevant für Maße, Straße, Größe.
- Optional eine eigene Abkürzungs-Liste (z. B. BAföG, GmbH, DSGVO) ergänzen — der Tokenizer behandelt sie dann als ein Wort.
Was macht einen guten Groß-Klein-Konverter 2026 anders?
Ein Konverter für Groß- und Kleinschreibung ist auf den ersten Blick eine Trivialität — toUpperCase() und toLowerCase() gibt es in jeder Skriptsprache, jede Textverarbeitung hat einen Knopf dafür. Genau diese Trivialität führt aber zu einem subtilen Bug, der seit über fünfzehn Jahren in praktisch allen Online-Konvertern steckt: das deutsche „ß” wird beim Großschreiben in „SS” expandiert. Damit verschwindet die Bedeutungsunterscheidung zwischen „Maße” und „Masse”, zwischen „Straße” und „Strasse” (Schweiz), zwischen „in Maßen” und „in Massen”. Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat dieses Problem 2017 offiziell behoben — seitdem ist das große ẞ (Versaleszett) eine eigene Letter im deutschen Alphabet und die primäre Variante beim Versalsatz.
Dieser Konverter setzt die Reform standardmäßig um. „Maße” wird zu „MAẞE”, nicht zu „MASSE”. Wer die Vor-Reform-Schreibung braucht — etwa für die Reproduktion historischer Texte oder für Systeme, die kein ẞ darstellen können — schaltet mit einem Klick zur klassischen SS-Variante. Daneben liefert das Tool elf weitere Schreibweisen, die alle live aus demselben Eingabetext berechnet werden: vom Satzanfang über Duden-konformen Titel-Modus bis hin zu den sechs gängigen Programmier-Schreibweisen camelCase, PascalCase, snake_case, kebab-case, CONSTANT_CASE und dot.case.
Welche Schreibweisen werden unterstützt?
Vierzehn Schreibweisen, gruppiert in acht „Standard-Cases” und sechs „Programmier-Cases”. Die Standard-Cases sind: GROẞBUCHSTABEN, kleinbuchstaben, Satzanfang-groß (jeder Satz beginnt mit Großbuchstaben, der Rest klein), Jedes-Wort-Groß (Capitalised Case), Titel-nach-Duden (Substantive groß, Artikel und Präpositionen klein), englischer Titel im AP/Chicago-Stil (ähnliche Logik, aber mit englischer Wortliste), aBwEcHsElNd (jeder zweite Buchstabe groß, ein Internet-Klassiker) und InVeRsE (jeder Buchstabe in seiner umgekehrten Case-Form).
Die Programmier-Cases bauen auf einem gemeinsamen Tokenizer auf, der den Eingabetext in Morpheme zerlegt: camelCase verkettet Wörter und großschreibt jedes außer dem ersten, PascalCase großschreibt alle, snake_case verbindet sie mit Unterstrichen, kebab-case mit Bindestrichen, CONSTANT_CASE schreibt alles groß und trennt mit Unterstrichen, dot.case trennt mit Punkten. Alle sechs Varianten erscheinen gleichzeitig — du wählst die für deinen Anwendungsfall passende.
Was ist Duden-Title-Case und warum ist das ein Differenzierungsmerkmal?
Im Englischen gibt es seit den 1950ern formale Title-Case-Regeln: das AP-Stylebook und der Chicago Manual of Style spezifizieren, welche Wörter in einer Überschrift großgeschrieben werden und welche klein bleiben. Im Deutschen gibt es solche Regeln auch — sie stehen im Duden und in den amtlichen Regeln zur deutschen Rechtschreibung — werden aber von keinem Online-Konverter umgesetzt. Die meisten Tools rendern „der herr der ringe” als „Der Herr Der Ringe”, was sprachlich falsch ist: der zweite Artikel „der” gehört klein.
Dieser Konverter enthält eine eingebaute Wortliste mit den deutschen „kleinen Wörtern”: bestimmte und unbestimmte Artikel (der, die, das, ein, eine), häufige Präpositionen (in, an, auf, mit, von, zu, für, bei, nach, über, unter), Konjunktionen (und, oder, aber, dass, wenn, weil, ob) und einige Adverb-Partikel (so, auch, nur, noch). Beim Titel-Modus wird das erste Wort des Titels immer großgeschrieben — egal, ob es auf der Liste steht — und alle weiteren Wörter werden mit der Liste abgeglichen: Treffer bleiben klein, alle anderen werden großgeschrieben. „Reise nach Europa” bleibt also „Reise nach Europa”, „Schnell und sicher unterwegs” wird zu „Schnell und Sicher Unterwegs”.
Substantive werden automatisch korrekt gerendert, weil die Großschreibung in der Quelle erhalten bleibt und durch unsere Großschreibung nur die ersten Buchstaben angehoben werden. Wer also einen bereits korrekt geschriebenen deutschen Text in den Title-Modus gibt, sieht keine Verschlechterung — nur die kleinen Wörter werden gezielt klein gehalten.
Wie funktioniert der Abkürzungs-Tokenizer?
Im englischen Identifier-Style „XMLHttpRequest” stecken drei Wörter: XML, Http und Request. Ein naiver Tokenizer, der nur auf Groß-Klein-Wechsel achtet, zerlegt das in „X”, „M”, „L”, „Http”, „Request” — fünf Tokens. Das ist die Microsoft-Foundation-Classes-Konvention der späten 1990er. Moderne Style-Guides (Google, Apple, Mozilla) behandeln zusammenhängende Großbuchstaben-Folgen als eine Abkürzung und schneiden vor dem letzten Großbuchstaben einer Folge: „XML” + „Http” + „Request” — drei Tokens.
Der Konverter bietet beide Modi an. „Modern” ist Standard und liefert für XMLHttpRequest das Ergebnis xml_http_request. „Klassisch” liefert x_m_l_http_request. Welcher Modus richtig ist, hängt vom Projekt-Setup ab: ein Refactoring eines alten .NET-Codes braucht den klassischen Modus, ein neuer Python- oder TypeScript-Service den modernen.
Zusätzlich gibt es eine konfigurierbare Abkürzungs-Liste. Die deutsche Abkürzung „BAföG” (Bundesausbildungsförderungsgesetz) zerfällt ohne Whitelist in b_aföge; mit dem Eintrag „BAföG” wird sie als ein Wort behandelt. Für deutsche Nutzer sind typische Einträge BAföG, GmbH, e.V., DSGVO, KfW; für internationale Codebases NASA, FBI, AWS, S3. Die häufigsten englischen Abkürzungen (API, URL, HTML, CSS, SQL, JSON) sind voreingestellt.
Welche Anwendungen sind dieses Tool NICHT?
Drei Anwendungen liegen bewusst außerhalb des Scopes. Erstens: keine Headline-Bewertung, kein „AI-Title-Rewriter”, kein E-Mail-Betreff-Optimizer. Wer einen Titel formulieren will, schreibt ihn selbst; das Tool wandelt die fertige Formulierung in die korrekte Schreibweise um. Zweitens: kein Datei-Upload für .txt oder .docx. Wer ein Word-Dokument umwandeln will, kopiert den Text in den Editor und kopiert das Ergebnis zurück. Drittens: keine SpongeBob-Schreibweise, kein Random-Case-Spektakel. Die alternierende Schreibweise ist enthalten — das ist der Klassiker — alles weitere wäre Schaufenster-Funktionalität ohne Nutzwert.
Diese Lücken sind Absicht. Sie halten den Konverter schnell, leichtgewichtig und privat. Jede dieser drei Funktionen würde entweder einen Server-Round-Trip, eine größere Bibliothek im Browser oder einen Account für die Cloud-Anmeldung bedeuten — und das wäre nicht mehr derselbe Tab, in dem du jetzt arbeitest.
Was passiert mit langen Texten?
Der Konverter ist so geschrieben, dass ein paar hunderttausend Zeichen im Browser ohne wahrnehmbare Verzögerung verarbeitet werden. Jede der vierzehn Schreibweisen läuft in linearer Zeit über den Eingabetext; der Tokenizer ist ein einziger Pass mit konstantem Speicheraufwand pro Zeichen. Für Tweets, E-Mails, Blog-Posts und sogar mittlere Kapitel-Längen erscheinen die Ergebnisse sofort.
Bei sehr langen Texten (mehr als etwa hunderttausend Zeichen) merkst du auf Mobilgeräten eine geringe Trägheit beim Tippen, die aber innerhalb von Millisekunden wieder verschwindet. Es gibt keine künstliche Obergrenze — der Browser selbst ist die einzige Grenze. Wenn dein Eingabetext den Browser-Tab überlastet, wird er auch ein anderes Konvertier-Tool überlasten.
Was ist mit Privacy und DSGVO?
Dein Text bleibt im Browser-Speicher. Es gibt keine localStorage-Persistenz, keine Cookies, keine Analytics, keinen Server-Round-Trip. Der Tab funktioniert offline, nachdem die Seite einmal geladen wurde. Die „Kopieren”-Schaltflächen neben jeder Schreibweise nutzen die Clipboard-API und schreiben den Text direkt in deine Zwischenablage — kein Netzwerk-Aufruf.
Aus DSGVO-Sicht verarbeitet der Konverter keine personenbezogenen Daten im Sinne von Art. 4, weil die Verarbeitung lokal auf deinem Gerät stattfindet. Selbst wenn du sensible Texte einfügst (E-Mail-Drafts, juristische Schriftsätze, vertrauliche Notizen), bleibt der Text im Tab. Schließt du den Tab, ist alles weg. Diese Architektur ist explizit gewählt — sie ist der Grund, warum der Konverter auch in Unternehmens-Setups mit strengen Datenschutz-Vorgaben einsetzbar ist.
Wann ist welche Programmier-Schreibweise üblich?
camelCase ist Standard in JavaScript, TypeScript und Java für Variablen-, Funktions- und Methodennamen. PascalCase wird für Klassen, Komponenten und Typ-Namen verwendet — auch in C#, Go (für exportierte Symbole) und React (für Komponenten). snake_case ist Standard in Python, Rust und Ruby für Variablen und Funktionen; in PostgreSQL und vielen Konfigurationsdateien dominiert es ebenfalls. kebab-case ist Standard in URLs, CSS-Klassen, Linux-Paketnamen und HTML-Custom-Elements. CONSTANT_CASE wird für Konstanten in praktisch allen Sprachen genutzt. dot.case kommt seltener vor — typische Anwendungen sind I18n-Schlüssel (hero.title.main), Versionsnummern und manche Konfigurationssysteme.
Im Multi-Sprachen-Stack ergibt sich daraus ein typisches Muster: derselbe konzeptionelle Bezeichner liegt in vier Schreibweisen in vier verschiedenen Code-Schichten vor — userId in JavaScript, user_id in der Datenbank, user-id als URL-Slug, USER_ID als Env-Var. Ein Konverter, der alle vier gleichzeitig liefert, erspart das manuelle Hin- und Her-Übersetzen.
Wie zuverlässig ist die Duden-Wortliste?
Die eingebaute Wortliste folgt der Duden-Empfehlung zur Großschreibung in Überschriften: Artikel (der/die/das/ein/eine in allen Beugungen), häufige Präpositionen (in/an/auf/aus/bei/für/gegen/mit/nach/ohne/über/um/unter/von/vor/zu/zwischen/durch/bis), Konjunktionen (und/oder/aber/sondern/sowie/als/wie/wenn/weil/dass/damit/ob/falls/während/obwohl/sobald/bevor) und einige Konjunktional-Partikel (so/auch/nur/noch/schon).
Die Liste ist konservativ: sie enthält nur Wörter, die zweifelsfrei der Großschreibung im Titel widersprechen würden. Substantive (Haus, Reise, Titel) und Adjektive (groß, schnell, sicher) werden NICHT klein gehalten — sie kriegen den Großbuchstaben am Anfang. Für die seltenen Fälle, wo ein typischerweise kleines Wort doch großgeschrieben werden soll (etwa „Der Im Sommer Geborene” als poetischer Titel mit Sonderbedeutung), kannst du das Ergebnis manuell nachbearbeiten — das Tool ist ein Mehrheits-Korrektor, nicht ein Linguistik-Expertensystem.
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